Janet Winkler im Interview: Entschleunigung hilft mir im Alltag

Heute ist Janet Winkler im Interview auf zuFussunterwegs! Janet und ich kennen uns seit über zehn Jahren, seitdem wir bei unserem damaligen Arbeitgeber in der gleichen Abteilung gearbeitet haben. Obwohl sich unsere beruflichen Wege kurze Zeit später trennten, hat sich eine Freundschaft entwickelt und wir haben uns seither nie aus den Augen verloren, trotz einiger räumlicher Entfernung. Beide sind wir nun selbständige Unternehmer, wobei Janet diesen Schritt bereits ein Jahr früher gewagt hat als ich. Regelmässig sehen wir uns wieder und inspirieren uns gegenseitig mit unseren Interessen, Ideen, Diskussionen und kreativen Vorschlägen. Gerade jetzt, Anfang Juli 2016, war Janet bei mir in der Schweiz zu Besuch und ich habe ihr meine Lieblingsregion, das Tessin, die italienische Schweiz, wandernd zeigen können! Lest selbst im Interview: ✔ wie Janet diese schöne Region erlebt hat, ✔ welche Erfahrungen sie auf unseren Wanderungen gesammelt hat und ✔ wie die Entschleunigung, zu Fuss unterwegs zu sein, ihr im Alltag hilft! Los geht’s mit dem zweiten Interview auf zuFussunterwegs! Janet Winkler ist seit mehr als 10 Jahren erfolgreiche Unternehmensberaterin mit der Leidenschaft für Finanz- und Rechnungswesen. FAE Consulting gründete sie 2015 und führt Start-ups und KMUs mit innovativen und klaren Ideen in die Expansion. Ehrenamtlich setzt sie sich für Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit ein. 1. Bist Du gerne zu Fuss unterwegs – im Alltag, auf Reisen, beim Wandern oder in der Natur? Ich bin sehr gerne zu Fuss unterwegs, vor allem wenn ich den ganzen Tag im Büro sitzen muss. Im Alltag laufe ich zur S-Bahn oder nehme das Fahrrad statt dem Auto. Ich versuche Rolltreppen zu vermeiden und laufe auch schon mal nach der Mittagspause in die 15. Etage zurück in mein Büro. Auf Reisen gehen wir viel spazieren, gerne am Meer oder im Wald. Dort ist die Luft herrlich frisch und die Natur so vollkommen klar und stressfrei. Die Wanderung in der italienischen Schweiz war deshalb ein schönes Erlebnis und eine gute Abwechslung zum sitzenden Arbeitsalltag. Die Kombination aus Bergen und Seen war einfach fantastisch. Das Wandern in der Natur hat bei mir Glücksgefühle ausgelöst und der ehrgeizige Aufstieg auf den Berg wurde mit einem grandiosen Blick über die Tessiner Berge belohnt. 2. Welche besonderen Entdeckungen machst Du zu Fuss unterwegs? Im Alltag schaue ich mir gerne das Blühen der Bäume im Frühling an. Auf dem Weg zur S-Bahn komme ich an einer Rosenhecke vorbei, die sehr angenehm duftet. Dort bleibe ich manchmal stehen, um daran zu riechen. Beim Ausflug in die italienische Schweiz ist mir die Unberührtheit der Natur aufgefallen und ich hatte das Gefühl, ich wäre der erste Mensch, der hier entlangläuft. Außerdem sind die wasserbenetzten Blätter der Bäume nach einem Tessiner Starkregen besonders schön und die Luft ist klar und herrlich frisch. Meine Lungen hatten eine Sauerstoffkur und konnten einfach nicht genug davon bekommen. 3. Was müsste passieren, damit Du in Deinem stressigen Alltag mehr zu Fuss unterwegs bist? Wie könnte Dir das gelingen? Welche Anreize bräuchtest Du? In Deutschland brauche ich schöneres Wetter, damit ich öfter spazieren oder mit dem Fahrrad ins Büro fahren kann. Außerdem muss ich mir immer wieder vornehmen, nicht so lange im Büro zu sitzen und dafür abends lieber noch eine Runde spazieren gehen. 4. Welches Erlebnis zu Fuss unterwegs, egal ob ein schönes oder nicht so schönes, bleibt Dir besonders in Erinnerung? Warum? Die Wanderung nach Morcote war ein schönes und sehr anstrengendes Wandererlebnis für mich. Der Blick von oben auf die umliegenden Berge und Seen hatte zwar den zweistündigen Aufstieg auf den Monte San Salvatore wieder vergessen gemacht, doch beim langgezogenen Abstieg habe ich auch meine körperlichen Grenzen erlebt. Durch das lange laufen und die Hitze war ich so erschöpft, dass ich am Ziel in einem Cafe auf dem Stuhl fast eingeschlafen bin. 5. Wenn Du länger unterwegs bist, was darf auf keinen Fall fehlen? Gutes Schuhwerk, damit ich die Wanderung genießen kann. Ausreichend Wasser und bei der Hitze eine Kopfbedeckung und Sonnenbrille. 6. Mit wem würdest Du gerne mal ein Stück spazieren gehen oder eine Wanderung machen? Ich würde gerne mit meiner Großmutter spazieren gehen. Das haben wir, als ich noch ein Kind war, sehr oft getan. Leider hatten wir in ihren letzten Jahren den Kontakt zueinander verloren. 7. Wirkt sich die Entschleunigung, zu Fuss unterwegs zu sein, auch auf andere Bereiche in Deinem Leben aus? Wenn ja, wie? Entschleunigung durch spazieren oder wandern bewirken bei mir, die Dinge des Alltags zu verarbeiten, Luft abzulassen und klare Gedanken zu bekommen. Das wirkt sich auch positiv auf mein berufliches und privates Umfeld aus. Ich bin in der Lage besser zuzuhören und Verständnis für den anderen aufzubringen oder kreative Ideen zu entwickeln. Außerdem ist Bewegung das beste Mittel gegen Stress und somit gut für die Gesundheit. 8. “Gehen ist des Menschen beste Medizin.” (Hippokrates) Weil …? …weil es den Geist von Unwichtigem befreit und den Körper gesund hält?